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Seelenheil und Ritterehre.
Die Identität des Deutschen Ordens im Spiegel seiner Symbolhandlungen

Projektleiter: Nicholas W. Youmans

Mit dem hiesigen, von der DFG geförderten Projekt, wird das Ziel im Rahmen einer Eigenen Stelle verfolgt, die doppelte soziokulturelle Einbindung der geistlichen Ritterorden am Beispiel des Deutschen Ordens näher zu beleuchten, deren Mitglieder sowohl zum Stand der Kämpfenden als auch dem der Betenden zählten. Forschungsleitend ist dabei die Annahme, dass aus der ständischen Dualität der geistlichen Ritterorden, die jeweils verschiedene Funktionen wie Leitideen umfasste, ein institutionelles Spannungsfeld erwuchs, das seien Ausdruck in simultanen Symbolhandlungen fand. Dessen Untersuchung stellt den Kern des Projektes dar. Durch sie soll ein Beitrag zur Klärung der Frage nach der Identität dieser hybriden Orden innerhalb des Spektrums mittelalterlicher Gemeinschaftsformen geleistet werden. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass vor allem der Deutsche Orden aufgrund seiner ausgeprägten Institutionalität, die auch eine umfängliche Landesherrschaft einschloss, sowie seines einst hohen identitätsstiftenden Renommees geeignet ist für eine exemplarische Analyse symbolischen Handelns in geistlichen Ritterorden und er wegen seines vergleichsweise überschaubaren Quellenbestandes sichere Resultate in dem begrenzten Rahmen der dreijährigen Projektdauer verspricht.

Es lassen sich bei der Projektarbeit zwei spezifische, dennoch sich durchaus auch überschneidende Dimensionierungen symbolischen Handelns herausschälen: repetitive Rituale und einmalige performative Akte. Dabei wird davon ausgegangen, dass Rituale und performativen Akte der geistlichen Ritterorden auf übergeordnete Leitideen sowohl des Mönchs- als auch des Ritterstands verweisen. Um die geplante analytische Deutungslinie des Projekts forschungspragmatisch sinnvoll zu gestalten, sollen bestimmte funktionelle Wirkmechanismen symbolischen Handelns unterschieden werden. Hierbei scheinen folgende Typen in besonderer Weise geeignet:

- Beitrag eines Selbstvergewisserungseffekts

- Vermittlung eines Gefühls der Zusammengehörigkeit

- Identitätsstiftende Verkörperung eines bereits etablierten Legitimationsmusters

- Verkörperte Konstruktion eines ordensimmanenten Legitimationsmusters

- Erbringung von internen Integrations- und Stabilisierungsleistungen

- Schaffung der Abgrenzung vom und Delegitimation des Anderen

- Repräsentative Interaktion mit der Außenwelt.

Nach erster Sichtung des Materials ist erkennbar, dass die symbolischen Handlungen entweder das Ritter- oder das Mönchsein, aber auch beide Identitätsmodelle gleichzeitig betreffen. Durch eine Untersuchung dieser verschiedenen Bezüge kann ein besseres Verständnis der personellen und damit auch funktionalen Eigenart des Deutschen Ordens und - im breiteren Sinne - der geistlichen Ritterorden allgemein gewonnen werden.

Mitarbeiterkontakt

Nicholas W. Youmans, B.A., S.T.B.:
    Tel: +49 (0) 351 4793 4186
    Email: nicholas.youmans(at)tu-dresden.de



Direktor:
Prof. Dr. Dr. h.c. Gert Melville

Wiss. Geschäftsführerin / Koordinatorin: Priv.-Doz. Dr. Cristina Andenna

FOVOG
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D - 01062 Dresden
Email: fovog-dresden(at)tu-dresden.de

Telefon: +49 (0) 351 4793 4180
Fax: +49 (0) 351 4793 4189

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